Tamiops swinhoei

(Die Bildergalerie und Züchterliste findet ihr am Ende dieser Seite)

Tamiops swinhoei' s sind eine agile, tagaktive Baumhörnchenart, deren Heimat ebenfalls in Asien liegt. Ihr natürlicher Lebensraum ist das südliche China, nördliches Myanmar, Vietnam und als isolierte Population in Hebei. Sie besitzen untereinander ein gutes soziales Verhalten und leben in Gruppen. Bekannt sind sie auch unter den Namen chinesisches Baumstreifenhörnchen, Zwergstreifenhörnchen und Swinhoe' s Striped Squirrel.
Insgesamt gibt es vier Arten von Tamiops, die je nach Art in unterschiedlichen Regionen Asiens als Baumbewohner in den dichten Dschungelgebieten, aber auch in Laub- und Nadelwäldern leben.

Das Aussehen der Tamiops swinhoei's ähnelt dem der asiatischen Streifenhörnchen (Eutamias sibiricus), jedoch ist das Fell wesentlich dichter, der Schwanz ist nicht ganz so buschig, dadurch macht das Baumstreifenhörnchen insgesamt einen kräftigeren Eindruck. Sie erreichen etwa eine Größe von ca.20-25cm mit Schwanz. Das charakteristische Merkmal sind die weißen Haarbüschel an den Ohren. Sie besitzen eine ungewöhnlich lange Zunge und haben an den Pfoten lange kräftige  Krallen und ausgeprägte Fußballen. Über die Lebenserwartung ist uns noch nichts bekannt, sie soll vermutlich bei etwa 6 Jahren und mehr liegen.

Die Haltung von Tamiops swinhoei

Bevor ihr euch zu der Haltung von Tamiops swinhoei entschließt, solltet ihr bedenken, dass ihr für viele Jahre Haustiere habt, die nicht nur Freude machen, sondern auch Arbeit, Kosten für Futter, Einstreu und evtl. Tierarztbesuche verursachen. Natürlich möchten sie auch versorgt sein, falls ihr im Urlaub, auf Dienstreise usw. seid. Da man eine große Zimmervoliere nicht einfach von A nach B bringen kann, muss also jemand zu euch kommen um die Tiere zu versorgen. Natürlich solltet ihr keine Tierhaarallergie haben und genügend Zeit haben den Hörnchen ihren täglichen Auslauf zu bieten.
Tamiops swinhoei' s sind sehr soziale Tiere und leben in Gruppen, daher müsst ihr also mindestens 2 Tamiops halten. Ihr könnt zwei gleichgeschlechtliche Tiere zusammen halten oder ein Weibchen und ein Böckchen. Allerdings dürft ihr hierbei nicht vergessen, dass sich dann natürlich nach einiger Zeit Nachwuchs einstellt!
Für eine Voliere braucht ihr ziemlich viel Platz und einen hellen Standort (nicht direkt in der Sonne) ohne Zugluft. Der Standort sollte so gewählt sein, dass ihr den Hörnchen dort einen gefahrlosen Auslauf bieten könnt. Für zwei Tiere sollte die Voliere mindestens 1m breit, 60-70 cm tief und 2m hoch sein. Da es sich bei den Tamiops swinhoei um Baumhörnchen handelt ist die Höhe sehr wichtig und falls möglich, solltet ihr die ganze Raumhöhe ausnutzten. Alternativ könnte man auch zwei schmälere Volieren mit einigen Gitterlaufröhren untereinander verbinden und dadurch eine große Voliere schaffen. Dies sind wirklich nur die absoluten Mindestmaße, wenn ein längerer täglicher Auslauf gewährleistet ist. Möchtet ihr mehr als zwei Tiere halten oder ihr könnt den Hörnchen keinen Auslauf geben, sollte die Voliere erheblich größer ausfallen.
Da fertige Volieren sind in ihrer Anschaffung recht teuer sind, solltet ihr euch mit etwas handwerklichem Geschick die Voliere selbst (z.B. aus einem ausgedientem Schrank) bauen. Der große Vorteil darin ist, dass man die Voliere den eigenen örtlichen Begebenheiten anpassen kann. Tamiops halten sich überwiegend in den oberen 2/3 der Voliere auf, sie fressen gern am Gitter bzw. Ästen kopfüber hängend und verrichten auch so ihre großen und kleinen "Geschäfte". So einiges landet dabei auch außerhalb der Voliere, deshalb sollte die Voliere auf einem leicht zu reinigenden Untergrund stehen. Teppichboden ist ziemlich ungeeignet, am besten sind Fliesen, PVC, oder Laminat. Hat man nur Teppichboden im Raum, kann man sich evtl. eine Umrandung aus PVC-Bodenbelag herstellen. Die Rückwand sollte geschlossen sein und mit z.B. Kokosfasermatten zum Klettern bestückt werden. Die Seitenteile, können mit Gitter (Gitterabstand nicht mehr als 1,5 cm) bespannt werden oder auch geschlossen gestaltet werden, was von den Lichtverhältnissen und den örtlichen Begebenheiten abhängig ist.
Wichtig ist, dass die Hörnchen in den oberen Regionen der Voliere viele Kletter- und Sitzmöglichkeiten haben. Der Fantasie sind da kaum Grenzen gesetzt. Am besten eignen sich dazu Äste, bevorzugt von Buche, Haselnuss und ungespritzten Obstbäumen. Auch dickere Seile aus Kokosfaser oder Sisal kann man als zusätzliche Klettermöglichkeit einbauen. Nadelgehölz ist wegen ihrer Weichheit und wegen des austretenden Harzes nicht zu empfehlen. Bei uns bewähren sich neben Buchenästen auch getrocknete, geschwungene Lianen (aus dem Terraristikbedarf), zum Toben, Klettern und Ausruhen. Auch die Korkrinden werden gern zum Klettern und als Futterversteck oder zusätzlicher Schlafplatz angenommen.
Der Futterplatz und die Nagertrinkflasche sollten sich im oberen Drittel der Voliere befinden. In verschiedenen Höhen sollten mindestens zwei z.B. Vogelnistkästen, als Schlafhäuschen angebracht werden. Als Nistmaterial eignet sich Heu, Stroh, Kokosfaser oder Baumwolleinstreu.

 PetzooTV - Das Online Tierfilmmagazin

Das Futter

Freilebende Tamiops swinhoei ernähren sich von verschiedenen Sämereien, Nüssen und Obst, einigen Insekten und Vogeleiern, je nach dem jahreszeitlichen Angebot der Natur. Da die Tamiops swinhoei leichter zum dick werden neigen, sollte man sie nicht zu fettreich ernähren und Nüsse sparsam verteilen. Kleinere Nüsse (Hasel-, Zirbel-, Erdnüsse) sollten immer mit Schale gegeben werden, die Hörnchen wetzen sich dadurch die Zähne ab und haben gleichzeitig eine Beschäftigung. Tamiops bekommen selbst bei größeren Nüssen (Paranuss, Walnuss) die Schale problemlos auf. Sonnenblumenkerne haben ebenfalls einen hohen Fettgehalt und sollten nur einen geringen Anteil des Futters ausmachen. Im Herbst werden auch gern Maronen, Eicheln und Bucheckern und getrocknete Pilze angenommen. Frisches Obst lieben unsere Tamiops, bevorzugt fressen sie Apfel, Birne, Weintraube, Banane, Kiwi und Erdbeeren. Steinobst wie Kirschen, Pflaumen, Pfirsich sollte ohne Kern gegeben werden, da dieser evtl. die schädliche Blausäure enthalten kann. Alle Kohlsorten können bei den Hörnchen zu Blähungen führen und sollten deshalb nicht gegeben werden. Etwas zögerlich und nicht mit großer Begeisterung nehmen unsere Tamiops Karotten und grüne Gurke an.


Als Hauptfutter verwenden wir eine Mischung aus Streifenhörnchenfutter und Degufutter.

JR-Streifenhörnchenfutter 500g JR-Degu Spezial 500g Tierische Eiweiße sind sehr wichtig für die Ernährung von Hörnchen. Allerdings haben auch die beliebten Mehlwürmer einen hohen Fettgehalt. In dem Hauptfutter "Meerchenland´s Sciuri Fit" ist tierisches Eiweiß enthalten. Zusätzlich geben wir kleine Mengen gekochtes Ei, Magerquark, Hartkäse oder verwenden das Claus Kleinsäugerfutter.

Neben einem Kalkstein haben unsere Tamiops einen Salzleckstein zur Verfügung von diesemJR-Wellness Himalaya Salzleckstein 80gsind sie begeistert. Da leider kein Halter dabei ist, befindet sich der Salzleckstein in einem Drahtfutterball zum anhängen. In das Trinkwasser gibt man 1-2 mal wöchentlich ein Vitaminpräparat für Nager.

Das Verhalten

Die Tamiops swinhoei haben untereinander ein sehr gutes Sozialverhalten und sind sehr gesellig. Deshalb sollten sie mindestens zu Zweit gehalten werden. Einzeln gehalten würden sie mit Sicherheit sehr schnell verkümmern. Bisher haben wir keinerlei Streitereien zwischen den Hörnchen feststellen können, sie fressen, schlafen...  eigentlich machen sie alles gemeinsam. Es gibt zwar manchmal leichte Unmutsäußerungen (Knurrgeräusche) am Futternapf, was aber keinen Streit auslöst, sondern spielerisch gelöst wird. Die Tamiops sind tagaktiv und dabei ständig in Bewegung. Sie stehen auf, wenn es hell wird und mit der Dämmerung ziehen sie sich gemeinsam ins Schlafhaus zurück. Sie können sehr gut klettern und sind dabei enorm schnell und wendig. Gefressen wird sehr oft kopfüber an den Ästen oder am Gitter hängend. Dabei halten sie das Futter in den Vorderpfoten und mit den Hinterpfoten halten sie sich am Ast oder Gitter fest. Sie sind sehr "gesprächig" und geben eine Vielzahl von Tönen von sich. Wenn ihr auf das mp3- Symbol klickt könnt ihr sie euch anhören. Auch die Tamiops swinhoei haben die Angewohntheit Futter zu sammeln und zu verstecken. Da sie nicht wie andere Hörnchenarten "Hamsterbackentaschen" besitzen, transportieren sie das Futter mit ihren Zähnen. Bisher ist uns nicht aufgefallen, dass sie es vergraben. Sie suchen sich vielmehr alle nur denkbaren Ritzen und Spalten aus, um es dort rein zu stopfen. Sehr beliebt bei unseren ist dazu die Korkrinde, die in ihren Furchen allerlei Körner intus hat. Auch die Ritzen in den Ästen werden gern genommen oder das Futter wird kunstvoll in die Kokosfasermatte eingearbeitet. Eine Winterruhe oder Winterschlaf machen die Tamiops swinhoei nicht, was uns bisher alle Besitzer bestätigten. Die Hörnchen haben uns noch nie gebissen oder sich in irgendeiner Weise aggressiv uns gegenüber verhalten. Tamiops swinhoei sind extrem neugierig und werden schnell zutraulich.

Beim täglichen Freilauf sind uns einige Sachen aufgefallen:
Haben die Hörnchen erstmal Vertrauen zum Halter gefasst, wird dieser sehr gern als Kletterbaum benutzt. Die Beine sind sozusagen "Baumstämme" die meist spiralförmig erklettert werden. Auch lassen sie sich gern auf einem nieder, um ihr Futter zu verzehren. Besonders beliebt sind wir als Futterversteck, da man Körner & Co wunderbar in Hosenfalten, unter den Gürtel oder auch unter den Kragen stecken kann. Oft werden wir auch über eine größere Distanz (ca. 1m) zielgenau angepeilt und dann angesprungen, um sich Futter zu holen oder einfach um an uns herumzuklettern.
Die Tamiops haben nicht die Angewohntheit, sich in dunkle Ecken oder hinter Schränken zu verkriechen, sie bleiben immer sichtbar. Erschrecken sie sich, treten sie sofort den Rückzug in Richtung Voliere an. Dort fühlen sie sich sicher und geborgen. Haben sie dann festgestellt, dass es nur ein Fehlalarm war, sind sie sofort wieder auf Entdeckungstour. Beide Hörnchen haben fast immer gegenseitigen Sichtkontakt, auch wenn sie sich beim Freilauf weiter voneinander entfernen. Treffen sie sich dann nach der kurzen Trennungsphase wieder, begrüßen sie sich häufig mit einem "Küßchen" und beschnuppern sich ausgiebig. Auch gegenseitiges Putzen ist uns aufgefallen. Sollte eines der Tamiops den Sichtkontakt zu seinem Partner verloren haben, wird dieser erst durch Ruftöne und dann durch Gemecker herbei zitiert. Es gibt kaum eine Stelle, die die Hörnchen mit ihren Kletterkünsten oder Sprüngen nicht erreichen. Vor dem ersten Freilauf sollten deshalb alle Gefahrenquellen beseitigt werden.

Entgegen unserer ersten Bedenken, macht es keinerlei Probleme beide Hörnchen nach dem Freilauf wieder in die Voliere zu bekommen. Wenn das erste Hörnchen in der Voliere ist, folgt das Zweite kurze Zeit später. Teilweise lassen sie sich auch mit der Hand herein dirigieren oder man gibt etwas Futter in den Napf, dann erledigt die Neugier den Rest. Für den Notfall sollte man einen Kescher haben, denn die Hörnchen mit den Händen zu fangen ist aussichtslos. Auch wenn die Tamiops swinhoei sehr zutraulich werden, lassen sie sich nur selten streicheln. Die Hörnchen werden nicht "stubenrein". Sie werden bei ihren Ausflügen immer wieder mal, dort wo ihnen gerade danach ist, ein kleines oder größeres "Geschäftchen" verlieren. Der einzige Nachteil dieser Hörnchenart ist, dass sie mehr Dreck verursachen, als unsere anderen Streifenhörnchen (Eutamias sibiricus). Dies nehmen wir aber gerne in Kauf, denn die possierlichen Tamiops machen das durch ihre liebenswerte Art und ihr Verhalten um ein Vielfaches wieder gut.

Gefahren beim Freilauf

Die allergrößte Gefahr für die Tamiops swinhoei ist der Halter. Diese Hörnchenart ist extrem schnell, wendig, zutraulich und sie sind einfach überall. Das Ganze im Doppelpack! Das bedeutet, während ihr nach dem einem Hörnchen seht ist das andere vielleicht gerade unter eurem Fuß, den ihr angehoben habt. Ohne euch zu vergewissern macht ihr einen Schritt - dann kann es zu spät sein. Ihr seid z.B. gerade aufgestanden um nach einem Hörnchen zu sehen, in der Zwischenzeit befindet sich das andere auf eurem Sofa... einmal hinsetzen ohne zu gucken und euer Hörnchen ist vielleicht zerquetscht. Ihr müsst beim Freilauf der Tamiops besonders aufmerksam sein und eure Augen überall haben!
Während des Freilaufs hält man Fenster, Türen und Schränke geschlossen. In Blumenvasen, Toiletten oder in Aquarien kann ein Hörnchen ertrinken. Andere Haustiere sind während des Freilaufes fernzuhalten! Auf Kabel ist zu achten, evtl. sind sie in Kabelschächten zu verstauen, für Hörnchen schädliche essbare Sachen sind zu entfernen (Medikamente, Zigaretten, Giftpflanzen...).
Viele unserer Zimmerpflanzen sind für eure Hörnchen gesundheitsschädlich oder giftig. Genauso verhält es sich mit sehr vielen Schnittblumen. Wenn ihr euch nicht 100% sicher seid, ob eine Pflanze oder Blume euren Hörnchen schadet, dann entfernt diese aus dem Raum bevor die Tamiops ihren Auslauf beginnen. Kakteen sollten ebenfalls entfernt werden, damit die Hörnchen keine Bekanntschaft mit den Stacheln machen.

Andere Gefahrenquellen, die für uns recht simpel erscheinen sind Bücher oder verschiedene Wohnungsartikel, die unsicher im Regal stehen, oder diverse Küchenhelfer, die leicht auf das (kletternde) Hörnchen fallen könnten. Leider gab es deshalb schon viele Unfälle einfach mal, weil die Pfleger zu unachtsam waren. Grundsätzlich gilt, wo der Kopf des Hörnchens durchpasst, da kommt auch der Rest des kleinen Körpers durch. Als besonders ernst sehen wir die Gefahr durch Aktenvernichter an. Diese Geräte schalten sich meistens selbsttätig ein, wenn die eingebaute Lichtschranke unterbrochen wird. Schnell ist der Schwanz oder der Fuß gefangen. Die Folgen wären katastrophal. Ernstzunehmen sind dabei zum Beispiel Medikamente, die der Mensch zumeist für sich leicht erreichbar hinlegt. Wenn die Hörnchen daran knabbern sollten, wäre es besser sofort einen Tierarzt in eurer Nähe aufzusuchen. Denn die Mittel können kleine Tiere glatt umhauen. Gleichfalls sieht es aus mit diversen Putzmitteln. Auch eine ernstzunehmende Gefahr stellen ihre Zähne da. Da Hörnchen Nagetiere sind, versuchen sie evtl. alles mögliche anzuknabbern, was nicht niet- und nagelfest ist, auch wenn es ihrer Gesundheit schadet.

Wir haben bei unseren Tamiops swinhoei festgestellt, dass sie besonders von allen möglichen Gummiteilen und weicheren Plastiksachen magisch angezogen werden. Das betrifft besonders Tastaturknöpfe von Telefonen oder Fernbedienungen. Wir konnten das "Problem" ganz einfach lösen, indem wir die entsprechenden Sachen, beim Freilauf der Hörnchen, immer mit der Tastatur nach unten legten. Ansonsten reagieren die beiden Tamiops sehr gut auf unsere Stimme. Ein ein scharf gesprochenes "Nein" oder ein schriller Pfiff von uns und sie lassen meist umgehend von entsprechenden Sachen ab. Kabel könnt ihr am einfachsten mit einer Ummantelung schützen, die es in jedem Baumarkt geben sollte. Andere gefährdete Stellen können, wenn die Hörnchen partout nicht vom Nagen ablassen, mit scharfen Gewürzen versehen werden, wie z.B. Pfeffer oder Tabasco.

Bildergalerie

Züchterliste