Streifenhörnchen

Ihr denkt über die Anschaffung eines Streifenhörnchens nach oder wollt euch bloß informieren? Dann lest euch bitte unsere Informationen aufmerksam durch. Die Streifenhörnchen, die es hauptsächlich in Deutschland gibt, sind Nachzuchten deren Vorfahren ursprünglich aus Asien stammten. Ihre lateinische Bezeichnung lautet: Eutamias sibiricus. Sie werden 20 - 25 cm groß (mit Schwanz) und erreichen ein Gewicht von ca.100gr. Streifenhörnchen werden etwa 6-8 Jahre (manchmal auch 10 Jahre) alt.

Ganz wichtig:
Streifenhörnchen der Gattung Eutamias sibiricus sind EINZELGÄNGER !

Streifenhörnchen sind, entgegen Hamster oder einigen anderen Nagern tagaktive Tiere. Sie sind Revier bildende Einzelgänger, die bereit sind ihr Territorium gegen alle Eindringlinge bis zum Tod zu verteidigen. Nur in der Paarungszeit sind sie bereit dieses mit Artgenossen zu teilen. Streifenhörnchen sind Erdhörnchen, die sich frei lebend unterirdische Gänge und Höhlen anlegen, aber auch gerne hoch hinaus wollen und auch auf Bäumen wohl fühlen.

Bevor man sich für ein Streifenhörnchen entscheidet, sollte man folgendes wissen:
Der Bewegungsdrang und die Neugier von Streifis ist schier grenzenlos, d.h., du musst die Fenster und Wohnungstüren deiner Wohnung beim Freilauf deines Streifis stets geschlossen halten und dich auch "hörnchengerecht" einrichten. Du wirst z.B. sehr schnell merken, dass sich dein neuer Gast auch außerhalb seiner Voliere von seiner neu eingesammelten Körnernahrung entledigen will. Als allererstes wird es deine Blumentöpfe aufsuchen, um dort seinen Vorrat zu vergraben.
Das sieht auch sehr putzig aus, macht aber nach einigen Wochen keinen Spaß mehr die Erde zurück in die Blumentöpfe zu verfrachten. Also musst du dir Gedanken machen, wie du deine Zimmerpflanzen schützt. Die Pflanzen leiden nicht nur dadurch, dass ihr ständig der "Bodenkontakt" entzogen wird, sondern auch dadurch, dass sie gerne "probiert" werden. Aber da beginnt schon die erste Gefahr. Denn Zimmerpflanzen, z.B. insbesondere Maiglöckchen, Hyazinthen und diverse Schnittblumen sind giftig und dürfen auf keinen Fall in die Nähe von Streifenhörnchen gebracht werden!

Oft fangen die ersten Probleme beim Platz für die geräumige, nicht ganz preiswerte Voliere an! Ist die Zeit für solch ein quirliges Tier und der Platzanspruch für die Voliere nicht vorhanden, ist von einer Anschaffung abzuraten. Ansonsten bedenkt bitte auch, dass diese Tierchen ein Alter von acht bis zehn Jahren erreichen können, in der ihr die Verantwortung für ein Lebewesen tragt. Ein Streifi verursacht Kosten für Futter, Einstreu etc. und kann auch einmal krank werden und der Tierarzt muss aufgesucht werden. Ihr solltet vorher schon wissen, ob ihr oder ein Familienmitglied allergisch auf Tierhaare reagiert und abklären wer das Hörnchen versorgt, wenn ihr im Urlaub seid.

Für Kinder sind Streifenhörnchen nur bedingt geeignet, da es sich bei ihnen mehr um Beobachtungstiere und nicht um Streichel- oder Kuscheltiere handelt. Ist das Hörnchen als "Familienmitglied" gedacht, haben Kinder durchaus viel Freude am Beobachten des kleinen Koboldes. Die alleinige Verantwortung für ein Streifenhörnchen bei Kindern unter 14 Jahren halten wir für bedenklich.


Der Lebensraum des Streifenhörnchen als Haustier:
Ein einzelnes Hörnchen braucht einen Käfig bzw. Voliere von wenigstens 80cm Breite, 60cm Tiefe und etwa 140cm Höhe. Täglicher Auslauf sollte selbstverständlich sein. Ist dieses nicht gegeben, so sollte der Käfig / die Voliere wesentlich größer sein, damit das Hörnchen seinem Bewegungsdrang freien Lauf lassen kann. Wenn ihr einen Käfig baut, achtet darauf, dass ihr eine Schublade einbaut. Das erleichtert die Reinigung ungemein. Wenn ihr einen Käfig kauft, so ist der Boden meistens schon so ausgelegt, dass ihr ihn ausziehen könnt. Der Nachteil von diesen Fertigkäfigen ist natürlich der ungemein hohe Preis. Achtet aber in beiden Fällen darauf, dass der Gitterabstand nicht größer als 1,5 cm ist. Euer Hörnchen kann sonst durch das Gitter entweichen.
Der Boden sollte immer gut ausgestreut sein, Streifenhörnchen vergraben ihr Futter und wollen das auch in der Voliere tun. Bewährt haben sich bei uns Pellets oder Baumwolleinstreu bedeckt mit einer dicken Schicht Rindenmulch, damit die Hörnchen auch schön graben können.
Der Käfig sollte mit mehreren größeren Ästen und Zweigen, als Kletter-, Sitz- und Ruhemöglichkeit bestückt sein. Die Höhe des Käfigs spielt deshalb eine sehr wichtige Rolle, damit die Hörnchen ihrem Klettertrieb ungehindert nachgehen können. Wir verwenden Äste von ungespritzten Obst- oder Nussbäumen, ansonsten nehmen wir Buchenäste. Zum Klettern eignen sich auch hervorragend Korkrinden, getrocknete Lianen ( Terrariumbedarf )oder dicke Seile aus Kokosfaser bzw. Sisal. Nadelgehölze sind sehr weich, unter ihren Rinden befindet sich manchmal Ungeziefer und das Harz welches austritt kann das Fell des Streifenhörnchen stark verkleben, deshalb werden sie von uns nicht verwendet.
Als Häuschen empfiehlt sich ein, besser zwei einfache Vogelnistkästen, die man in der Zoohandlung erwerben kann. Ihr solltet darauf achten, dass  das Holz unbehandelt ist. Als Nistmaterial könnt ihr Stroh oder Heu nehmen, falls ihr Baumwolleinstreu nehmt, kann dieses auch als Nistmaterial verwendet werden.
Außerdem benötigt ihr noch eine Nagertrinkflasche, einen Futternapf aus Keramik, einen Kalk- und Salzleckstein. Eine Schale oder größerer Blumentopf mit ungedüngter Blumenerde zum Buddeln und Baden gehört ebenfalls zum Inventar.

PetzooTV - Das Online Tierfilmmagazin

Was man Streifenhörnchen füttert
:

Streifenhörnchen nehmen wie in der freien Natur pflanzliche sowie tierische Nahrung zu sich. Die Pflanzennahrung spielt aber eine wesentlich größere Rolle. Die tierische "Zusatznahrung" (Tierisches Eiweiß) darf aber auf keinen Fall vernachlässigt werden. Sie ist für das Wohlbefinden der Hörnchen auf Dauer unerlässlich. Sie bevorzugen deshalb gerne Mehlwürmer, die es günstig in jeder Zoohandlung zu kaufen gibt. Hartkäse, Joghurt, Quark, Hundeleckerchen (z.B. Frolic) wird ebenfalls gerne genommen und deckt den Eiweißbedarf.
JR-Streifenhörnchenfutter 500g

Als Zusatznahrung sollten auf keinen Fall die wichtigsten Nussarten, wie Zirbel-, Wal-, Erd- und Haselnüsse fehlen. Zirbel-, Erd- und Haselnüsse sollte man mit Schale geben, da die Streifis dabei ihre Zähne stutzen, um an die begehrte Nuss zu kommen. Bei Wal- oder Paranüssen muss man etwas helfen und die Schale anknacken. Maronen, Eicheln und Bucheckern werden gern von Hörnchen genommen. Mandeln verfüttert ihr nur, wenn ihr 1000% sicher seit, dass es sich um "Süßmandeln" handelt, da "Bittermandeln" giftige Blausäure enthalten. Im Zweifelsfall verzichtet ihr unbedingt auf das Verfüttern von Mandeln.
Auf keinen Fall sollte frisches Obst fehlen. In der Regel sind das Früchte wie Äpfel, Birnen, Weintrauben die sehr gerne von den Hörnchen angenommen werden. Aber wir haben es auch schon bis hin zu exotischen Früchten geschafft. Steinobst, wie z.B. Kirschen, Pflaumen, Aprikosen gebt ihr ohne Kern, da dieser eurem Hörnchen evtl. schaden kann. Obst enthält eine ganze Menge Vitamine, das einfach täglich dazugehört - wir essen- es schließlich ja auch sehr gerne und mögen die Abwechslung. Gemüse wird von unseren Hörnchen nicht gerne angenommen, probieren könnt ihr Karotten und grüne Gurke. Alle Kohlsorten rufen beim Hörnchen Blähungen hervor, diese solltet ihr keinesfalls geben.
Als Material für die Futternäpfe empfehlen wir Metall oder Keramik, da diese stabiler und hygienischer sind. Als Trinkgefäß eignet sich am Besten eine handelsübliche Nagertrinkflasche. Das hat den entscheidenden Vorteil gegenüber Wasser im Napf - es kann einfach nicht verschmutzen und das Hörnchen hat immer einen Vorrat. Nichts desto trotz sollte das Wasser jeden Tag erneuert werden.

Die Winterruhe:

Hier möchten wir auf eine Verhaltensweise von Streifenhörnchen hinweisen, die auftreten kann. In der dunkleren Jahreszeit sind viele Hörnchen nicht mehr ganz so lebhaft, gehen früher als sonst schlafen und stehen später auf. Einige Streifenhörnchen ziehen sich auch in der Wohnungshaltung zu einer richtigen Winterruhe zurück. Meist beginnt dieser zwischen Ende September und Ende Oktober, was aber variabel ist. In dieser Zeit werden sämtliche Körperfunktionen auf ein Minimum zurückgefahren und das Hörnchen schläft tief und fest, man sollte es vermeiden das Hörnchen zu stören indem man es mutwillig aufweckt.
Es wird sich zwischendurch mal kurz sehen lassen um etwas zu trinken oder zu fressen und sich dann wieder zurückziehen. Deshalb solltet ihr weiterhin regelmäßig das Trinkwasser wechseln und nachsehen ob Futter vorhanden ist. Die Einstreu braucht ihr während dieser Zeit nicht zu wechseln, da ihr euer Streifi unnötig wecken würdet. Euer Streifi braucht wegen des Winterschlafes nicht mit seiner Voliere umziehen, um an einem dunkleren oder ruhigeren Ort seinen Winterschlaf zu verbringen. Es kennt die Geräusche seiner gewohnten Umgebung und wird sich davon nicht stören lassen. Im Gegenteil wir meinen, dass das Streifi sich eher erschrecken würde, wenn es sich nach Tagen des tiefen Schlafs hoch rappelt und plötzlich lauter fremde Eindrücke verkraften muss. Mit Beginn des Frühlings erwacht euer Hörnchen von selbst und ist fit wie im Jahr zuvor.

Wie wird mein Streifenhörnchen zahm?
Wie bringt man ein Hörnchen dazu, dass es zu seinem Halter vertrauen fasst? Ein Patentrezept gibt es hier nicht aber eine eiserne Grundregel:
Geduld, Geduld und nochmals Geduld!!

In der Regel ist es so, dass man seinen kleinen Freund vorher noch nicht gesehen hat und für die meisten ist es auch so, dass es das erste Streifenhörnchen überhaupt ist. Meistens ist man genauso aufgeregt wie das Hörnchen. Da das Hörnchen wesentlich kleiner ist als wir Menschen wird es erstmal ängstlich reagieren. Schnelle Bewegungen und ungewohnte Geräusche erschrecken das Streifenhörnchen anfangs und es zieht sich blitzartig zurück.
Die Voliere sollte komplett eingerichtet sein, wenn das Hörnchen einzieht. In den meisten Fällen wird es sich erst einmal zurückziehen oder eventuell schon sein Revier, die Voliere, erkunden. In dieser Phase sollte der Hörnchenhalter erstmal gar nichts unternehmen. Das beste fürs erste wäre, hinsetzen und zuschauen.
Nach einiger Zeit wird es anfangen seinen Käfig zu erkunden, wenn es dies nicht schon von Anfang an getan hat. Nun kann man vorsichtig versuchen, das Hörnchen durch Laute und Leckerchen auf sich aufmerksam zu machen. Die meisten Fehler entstehen dadurch, das man zu ungeduldig ist. Also bitte immer schön langsam. Die Leckerchen sollten nicht aus Süßigkeiten bzw. Schokolade bestehen. Sicher ist Schokolade auch für Hörnchen sehr verlockend, aber da Schokolade völlig unnötig für die Ernährung ist und in geringen Dosen sogar schon schädlich sein kann, sollte sie tabu sein. Vor allen Dingen pappt sie in den Backentaschen und es ist für den kleinen Racker recht anstrengend diesen Schokobrei wieder aus den Backen herauszubefördern.
Wir empfehlen das kleine Leckermäulchen mit etwas Obst und evtl. etwas Joghurt, welcher auf dem Finger ist, anzulocken. Aber bitte nicht überfüttern, alles in Maßen! Eine kleine Menge Obst, leckere Haselnüsse und diverse andere Nussmischungen werden den kleinen Kletterkünstler schon verführen. Damit die Leckereien besonders reizvoll und verführerisch sind, sollten sie kein Bestandteil des normalen Futters sein.
Wenn das Hörnchen soweit vertrauen gefasst hat, dass ihm seine Voliere samt Inhalt sowie der Halter nicht gefährlich vorkommen, wird es durchaus möglich sein, dass es der Hand des Halters im Käfig hinterher folgt und auch mal auf die Hand kommt, um dort nach weiteren Leckerchen zu suchen. Eventuell kann man es dann auch streicheln und anfassen. Mehr als Streicheln ist meist nicht möglich. Man sollte es unterlassen das Streifi festhalten oder greifen zu wollen, da sich das Hörnchen dann heftig  wehrt und/oder auch sehr stark zubeißt.

Hilfe mein Streifenhörnchen ist bissig:

Wir möchten auf eine Verhaltensweise von Streifenhörnchen hinweisen, die auftreten könnte. Die Aggressivität bzw. Bissigkeit tritt bei einigen Streifenhörnchen in der Herbst- und Winterzeit auf. Selbst sonst ganz friedliche  und zahme Hörnchen, können dieses Verhalten zeigen. Dies hängt damit zusammen, dass bei einigen Tieren die natürlichen Urinstinkte besonders ausgeprägt sind. Streifenhörnchen sind Revier verteidigende Einzelgänger und legen sich ein Futterdepot an um über den Winter zu kommen. In dieser Zeit ist des Streifenhörnchen oberstes Gebot dieses Futter zu hüten und zu verteidigen.
Jeder, der nun den Versuch unternimmt in die Nähe der Futterreserven zu kommen, wird als Reviereindringling und Futterdieb angesehen und dementsprechend mit aller Macht vertrieben. Hörnchen haben lange, spitze Zähne und diese Macht setzen sie dann auch ein. Man kann dagegen nichts unternehmen, evtl. kann man sich mit Handschuhen, stark duftenden Handlotionen oder ätherischen Ölen schützen. In extremen Fällen, wechselt man das Futter oder die Einstreu bevorzugt am späten Abend, wenn das kleine 'Ungeheuer' schläft. Ebenso kann es vorkommen, dass Euch das Streifi auch während des gewohnten Auslaufes angreift, was darauf beruht, dass es sich bei frühren Ausflügen Futterdepots im Zimmer angelegt hat oder es hat so oft Freilauf gehabt, dass es den ganzen Raum als sein Revier ansieht. In diesem Fall hilft nur den Freilauf in der kalten Jahreszeit rapide einzuschränken oder ganz zu streichen. Dies ist auch kein Problem, wenn die Voliere groß genug ist und genügend Klettermöglichkeiten bietet. Keine Sorge im Frühling sind die Kleinen wieder ganz zahm und friedlich, wie ihr es vorher gewohnt wart.

Die Streifenhörnchen Bildergalerie